Mainzer Forscher: Luftverschmutzung ist schuld an jedem siebten Corona-Todesopfer

Gibt es einen Zusammenhang von Schadstoffbelastung der Luft und Covid-19-Sterbefällen? Ein Forschungsteam der Universität Mainz ist sich sicher: Ja, den gibt es. Ihren Berechnungen nach sind Feinstaubpartikel verantwortlich für weltweit jeden siebten Covid-19-Todesfall.

Luftverschmutzung und Corona: Das könnte auf sehr schädliche Weise zusammenwirken. Während sich internationale Wissenschaftler zu Beginn der Pandemie darüber uneinig zeigten, will eine Mainzer Forschungsgruppe den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Corona-Todesfällen nun konkretisiert haben. Ihren Vermutungen nach seien fünfzehn Prozent der weltweiten Covid-19-Todesopfer auf verschmutzte Luft zurückzuführen.

Besonders zeige sich dies in Ländern wie China. Wegen der dichten Besiedlung und der vermehrten Verbrennung von Kohle seien dort 27 Prozent der tödlichen Covid-19-Verläufe auf die Mitwirkung der Schadstoffe zurückzuführen. In Deutschland seien es 22 Prozent. Die USA folge mit etwas niedrigeren 18 Prozent, in Neuseeland sei dagegen kaum eine Verbindung zwischen Feinstaubbelastung und Covid-19 Fällen nachzuweisen.

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Diese epidemiologischen Rechnungen rund um das Forschungsteam von Thomas Münzel von der Universität Mainz finden sich in der Fachzeitschrift "Cardiovascular Research."

Qualität der Luft könnte ein entscheidender Faktor bei „Superspreading-Events“ sein

Herzspezialist Münzel stellt darin die Vermutung an, dass die Luftverschmutzung den Corona-Viren den Eintritt und somit auch die Vermehrung in unsere Zellen erleichtert. Das würde bedeuten: Wessen Lunge bereits durch die chronische Belastung mit Feinstaubpartikeln vorbelastet ist, geht stark geschwächt in den Kampf gegen das Coronavirus.

Nach Jos Lelieveld, ebenfalls an der Mainzer Studie beteiligt, könnte diese Wirkung durch einen weiteren Effekt noch verstärkt werden. Der Aerosolexperte vertritt die Annahme, das erhöhte Vorkommen von Feinstaub in der Luft könne gleichzeitig die Aufenthaltszeit von Coronaviren in der Luft erhöhen. Gerade bei sogenannten „Superspreading-Events“ würde die Luftqualität demnach eine entscheidende Rolle spielen.

Erste Forschungen zu Beginn der Pandemie zeigten keine eindeutigen Ergebnisse

Schon im April diesen Jahres hatten internationale Forscher den Zusammenhang zwischen starker Luftverschmutzung und dem Verlauf einer Corona-Erkrankung untersucht. Einig waren sich die Forscher dabei nicht.

Während sich etwa US-Wissenschaftler der University Harvard für einen Zusammenhang aussprachen, zeigte sich Berthold Jany, ehemaliger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin („DGP“) skeptisch.

Er vertrat die Meinung: Über einen komplizierten oder gar tödlichen Verlauf der Covid-19-Krankheit entscheidet nicht nur der Lungenzustand, sondern vorwiegend das Alter des Patienten und Begleiterkrankungen.

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