BVDVA: Höchstpreise statt Rx-Versandverbot

Am heutigen Montagmittag um 12 Uhr befasst sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit der Petition zum Rx-Versandverbot. Die ABDA bleibt der öffentlichen Veranstaltung fern – und auch der Bundesverband Deutscher Versandapotheken hat für die Petition kein Verständnis: Das Thema sei schließlich „schon länger vom Tisch“.

Der 20-jährige Pharmaziestudent Benedikt Bühler wird den Mitgliedern des Petitionsausschusses am heutigen Montagmittag Rede und Antwort stehen. Seine Petition für das Rx-Versandverbot ist eine von drei Petitionen, die heute in einer öffentlichen Sitzung des Ausschusses besprochen werden. Im Bundestag wird mit zahlreichen Zuhörern gerechnet, wenn Bühler seine Initiative verteidigt. Ihm zur Seite stehen wird dabei der Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas. Und weitere rechtliche Expertise hat er in Schriftform bei sich. Die ABDA will allerdings keinen Vertreter in die Sitzung schicken. Sie möchte die Linie Bühlers nicht unterstützen – das Rx-Versandverbot ist aus ihrer Sicht nicht mehr umsetzbar. Sämtliche Bitten aus Mitgliedsorganisationen, Bühler zu unterstützen, schlug die ABDA in den Wind.

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Das kann man beim Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) gut nachvollziehen. Auch dieser meldet sich anlässlich der heutigen Anhörung zu Wort und äußert sein Unverständnis für Bühlers Initiative. Das Thema sei „schon länger vom Tisch“, heißt es in einer Pressemeldung des BVDVA.

Der Verband weist darauf hin, dass aktuell zwar tatsächlich eine Ungleichheit zwischen deutschen und europäischen Apotheken bestehe: Die Apotheken im EU-Ausland dürfen nach einem Urteil des EuGH vom Oktober 2019 Boni gewähren, deutschen (Versand-)Apotheken sei dies verboten. „Die Lösung des seit Jahren bestehenden Konflikts liegt aber nicht in einem Verbot, sondern beispielsweise einer Höchstpreisverordnung für verschreibungspflichtige Arzneimittel“, so der BVDVA. Der Verband erklärt, dass die deutschen Bürger den Arzneimittelversand wollten und ihn auch schon seit 15 Jahren nutzten.

BVDVA: Versand- und Vor-Ort-Apotheken ergänzen sich

„Allein die von Bühler unausgesprochene Annahme, dass Versandapotheken eine flächendeckende Arzneimittelversorgung und Arbeitsplätze gefährden, ist schlichtweg falsch. Versandapotheken stärken die Versorgung gerade auf dem Land und haben schon viele Arbeitsplätze geschaffen“, erklärt BVDVA-Vorstand Christian Buse. „Dabei ist eigentlich klar: Die Vor-Ort- und Versandapotheken ergänzen sich sehr gut“.

Kein Verständnis für Bühler hat man beim BVDVA auch vor dem Hintergrund, dass der 20-Jährige in Budapest studiert und damit vom „europäischen Gedanken profitiert“. Der Verband findet: „Genauso wie junge Leute überall studieren können, Freizügigkeit mit Blick auf den Arbeitsplatz herrscht, genauso ist es mit digitalen Angeboten und Warenströmen jeglicher Art: Sie sollten nicht an einer administrativen Grenze Halt machen. Der Arzneimittelversand gehört zum gesunden Wandel im Rahmen der digitalen Transformation des Gesundheitswesens, den Deutschland so dringend braucht“.

Statt die Zukunft in Verboten und der Vergangenheit zu suchen, sei es an der Zeit, konstruktiv eine gemeinsame europäische Lösung zu finden, heißt es in der Pressemitteilung des Verbandes.

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