Sex mit Ingwer: Wie gefährlich ist Figging?

Ob die große Auswahl an Sextoys oder verschiedene Sexstellungen – im Bett gibt es kaum kreative Grenzen. In vielen sexuellen Beziehungen scheint die Lust auf Neues zu wachsen.

Doch nicht alle Praktiken werden in der Gesellschaft gleichermaßen akzeptieren, das gilt zum Beispiel für Sadomasochismus. Dabei empfinden die Sexualpartner Schmerz als erregendes Gefühl und üben daher – in gegenseitigem Einvernehmen – Gewalt an ihrem Gegenüber aus.

Eine Form des Sadomasochismus ist auch die BDSM-Szene.

Was ist BDSM?

Unter „Bondage and Discipline, Dominance and Submission, Sadism and Masochism“ (kurz: BDSM) versteht man das Zusammenspiel aus Macht, Unterwerfung und Schmerz als wesentlicher Part in sexuellen Aktivitäten.

Die Regeln der BDSM-Szene haben dabei eine hohe Priorität – beide Sexualpartner müssen mit jeglichen Aktivitäten einverstanden sein und dürfen keine vereinbarten Grenzen überschreiten.

Sollte es doch zu einer unangenehmen Situation kommen, ist ein selbst gewähltes „Safeword“ ein klares Signal, sofort aufzuhören.

Sextrend Figging

Eine Praktik des BDSM beschreibt das „Figging“ – dabei spielt die scharfe Ingwerwurzel eine wesentliche Rolle im Machtspiel beider Sexualpartner.

Gegenüber dem Portal ‚Cosmopolitan‘ erklärt Sexualmedizinerin Aglaja Stirn, dass der Ingwer zur Erregung durch intensiven Lustschmerz führt, wenn dieser in intime Bereiche eingeführt wird.

Dabei ist es unwichtig, welcher Sexualpartner die dominante beziehungsweise unterwürfige Rolle einnimmt.

Ihren Ursprung findet diese sexuelle Praktik im 18. Jahrhundert – für mehr Eleganz auf Shows wurden Pferden ein Stück Ingwer in den Anus eingeführt.

Durch die scharfen, ätherischen Öle des Ingwers konnte das Pferd seinen Schweif nicht entspannen, sondern hob ihn an, was auf die Zuschauer elegant wirken sollte.

Außerdem setzt man die Praktik als Disziplinarverfahren an viktorianische Privatschulen ein: „Als Bestrafung für abweichendes Verhalten wurde Ingwer ins Rektum eingeführt und es erfolgten Hiebe auf die Pobacken der Schüler“, so Stirn.

Interesse an Schmerz und Macht im Vordergrund

Nicht jedermanns Sache – Figging ist für Menschen interessant, die sich durch Machtverhältnisse und Schmerz in ihrem Sexualleben erregt fühlen.

Die Praktik selbst wendet der dominante Akteur immer am unterwürfigen Partner an: „Sie genießen oft das Gefühl der Hilflosigkeit und übergeben die Kontrolle und Verantwortung für ihren Körper an den dominanten Partner“, so Stirn.

Wichtig ist, dass beide Partner die vereinbarte BDSM-Regeln nicht verletzen und ihre Grenzen nicht überschreiten.

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Ingwer als pflanzlicher Dildo

Ingwer ist bekannt für seine Schärfe und ätherischen Öle – soll Ingwer beim Figging eingesetzt werden, benötigt man nichts weiter als ein Messer, um aus ihm einen Dildo herzustellen.

Die äußere Schicht der Wurzel wird vollständig entfernt, denn nur so kann der Kontakt zwischen Ingwer und Körper zur gewünschten Reaktion führen. Wichtig ist, dass man eine Art Haltegriff einschnitzt, sodass die Wurzel nach dem sexuellen Akt leicht und sicher zu entfernen ist.

Außerdem sollte genau auf spitze Stellen an der Wurzel geachtet werden, sodass später zu keinerlei Reizungen oder Verletzungen kommen kann.

Wie führt man Figging durch?

Figging findet ausschließlich im Intimbereich der unterwürfigen Person statt und ist sowohl vaginal als auch anal möglich. Nach dem Einführen entfaltet der Ingwer sehr schnell seine Wirkung.

„Die ätherischen Öle des Ingwers erregen die Rezeptoren im Darm und verursachen damit ein empfundenes Gefühl der Wärme beim Betroffenen“, so Stirn gegenüber der Cosmopolitan.

Der Körper versucht diesem Gefühl von Wärme und Schmerz entgegenzuwirken. Dieses Gefühl empfinden die Betroffenen meist als Stimulation, die bis zum Orgasmus führen kann.

Die Wirkung, die der Ingwer im Intimbereich verursacht, kann bis zu 30 Minuten anhalten und sollte erst nach einigen Tagen wiederholt werden.

Gefahren des scharfen Sexspiels

Im Verhältnis zu anderen Praktiken der BDSM-Szene ist Figging relativ ungefährlich. Zu beachten ist, dass man sich vorab über eine Wirkung von bis zu 30 Minuten bewusst sein sollte.

Ist der Ingwer erst einmal eingeführt, lässt sich seine schärfende Wirkung nicht mehr verhindern. Außerdem sollte der selbstgeschnitzte Dildo entweder für die anale oder vaginale Anwendung verwendet werden, um eine Übertragung von Infektionen zu verhindern.

Zuletzt ist die wohl wichtigste Regel der BDSM-Szene: Die Vereinbarungen beider Sexualpartner haben oberste Priorität.

Quellen

  • Spektrum der Wissenschaft: BDSM: Wie Sadomaso-Fans ticken, abgerufen am 20.02.2020: https://www.spektrum.de/news/bdsm-wie-sadomaso-fans-ticken/1437565
  • Cosmoilitan: Figging erobert deutsche Schlafzimmer, abgerufen am 20.02.2020: https://www.cosmopolitan.de/sex-trend-figging-erobert-deutsche-schlafzimmer-91820.html

Michelle Steinmetz

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