Deutsche rauchen öfter Zigarre

Während in Deutschland immer weniger Zigaretten verkauft werden, steigt der Absatz von Zigarren und Zigarillos deutlich, zeigt eine Analyse des Statistischen Bundesamts. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 74 Milliarden Zigaretten offiziell verkauft worden. Das sind etwa 1,9 Prozent weniger als noch 2017. Bei allen anderen Tabakwaren gab es dagegen ein Plus, weil Raucher häufiger zu Zigarren und Pfeifentabak greifen oder selbst drehen.

In Deutschland gibt es derzeit Schätzungen zufolge mehr als 16 Millionen Raucher. Statistisch gesehen stirbt jeder Siebte an den Folgen des Rauchens, wie eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigt. Damit liegt Deutschland über dem weltweiten Durchschnitt.

Wer mit dem Rauchen aufhört, verringert das Risiko für verschiedenste Erkrankungen. So ist Rauchen für etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen direkt verantwortlich, aber auch Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfälle oder chronische Bronchitis lassen sich häufig auf das Rauchen zurückführen. Wer raucht oder geraucht hat, zeigt zudem ein viel höheres Risiko, eine rheumatoide Arthritis – eine Gelenkentzündung – zu entwickeln.

Im vergangenen Jahr ist besonders der Absatz von Zigarren und Zigarillos deutlich gestiegen – plus 6,5 Prozent auf drei Milliarden Stück. Der Absatz von Pfeifentabak erhöhte sich um 2,7 Prozent. Dazu zählen auch Tabak für Wasserpfeifen und neuartige Pfeifentabakprodukte, so genannte Verdampfer. Die Menge des versteuerten Feinschnitts zum Selbstdrehen stieg leicht um 0,2 Prozent und lag bei gut 24.000 Tonnen.

Rückgang liegt im Trend

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Tabakwaren im Wert von 26,4 Milliarden Euro versteuert. Das waren 1,7 Prozent mehr als 2017. Davon gingen 14,2 Milliarden (minus 0,5 Prozent) an den Fiskus. Den Rückgang führte die Wiesbadener Behörde vor allem auf den gesunkenen Zigarettenabsatz zurück – der bedeutendsten Position unter den Tabakerzeugnissen.

Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) reagierte gelassen auf die Entwicklung. „Der Rückgang liegt im Trend, den wir bei der jährlichen Konsumschätzung erwartet haben“, sagte DZV-Geschäftsführer Jan Mücke. Bisher gebe es keine Anzeichen dafür, dass die Raucher in Deutschland Zigaretten zunehmend im Ausland einkaufen. Laut einer Untersuchung des DZV für Januar bis November 2018 ist der der Anteil der aus dem Ausland stammenden Zigaretten leicht gesunken auf etwa 17,6 %.

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