Das unterscheidet das Coronavirus von der Grippe

In China stehen wegen des Coronavirus Millionenstädte unter Quarantäne, und auch in anderen Ländern gibt es immer mehr bestätigte Fälle von Sars-CoV-2. In Deutschland wurden nun zwei weitere Krankheitsfälle nachgewiesen: einer in Baden-Württemberg und einer in Nordrhein-Westfalen.

Die Ausbreitung des Coronavirus trifft zeitlich eng mit der aktuellen Grippesaison zusammen. In Deutschland sind bislang 80.000 Menschen nachweislich an der echten Influenza-Grippe erkrankt – nicht zu verwechseln mit harmlosen Erkältungsviren, die nicht erfasst und gemeldet werden.

Die Influenza wie auch die Lungenkrankheit Covid-19 werden durch Viren ausgelöst – können Laien überhaupt unterscheiden, um welche Krankheit es sich handelt, wenn sie Symptome entwickeln? Die wichtigsten Unterschiede im Überblick.

Der Erreger

Die saisonale Grippe wird seit Jahrzehnten durch vier verschiedene Viren-Hauptgruppen verursacht: den Typ A mit den Untergruppen H1N1 und H3N2 sowie die Influenza-B-Linien mit den Subtypen B-Victoria und B-Yagamata. Das macht eine Grippewelle im gewissen Maße vorhersagbar. Die Impfstoffe können – je nach Saison – an die besonders stark zirkulierenden Viren angepasst werden.

Anders sieht das bei Sars-CoV-2 aus. Er zählt zu der Familie der Coronaviren und stammt aus dem Tierreich. Vermutlich ist er in der chinesischen Metropole Wuhan auf den Menschen übergegangen. Vieles spricht dafür, dass es den Erreger im Tierreich schon länger gibt. Neu ist aber, dass er nun auch bei Menschen auftritt und sich auch von Mensch zu Mensch weiter überträgt.

Wegen der Neuartigkeit des Virus beim Menschen ist es schwer, genau vorherzusagen, wie sich der Erreger weiter ausbreiten wird – und ob er sich beispielsweise dauerhaft in der Bevölkerung etablieren kann.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit ist die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch erster Krankheitsanzeichen. Es gibt Hinweise, dass die Inkubationszeit des Coronavirus bis zu 14 Tage beträgt. Bei der Grippe zeigen sich erste Symptome wesentlich schneller – meist schon nach ein bis zwei Tagen.

Symptome

Fieber, Husten, Abgeschlagenheit: Die Symptome einer Infektion mit der Grippe und dem Coronavirus ähneln sich stark. Selbst erfahrene Mediziner können die Symptome nicht zweifelsfrei dem einen oder dem anderen Krankheitsbild zuordnen. Gewissheit kann nur der Virennachweis im Labor bringen.

Experten schätzen, das rund 80 Prozent der Coronavirus-Infektionen mild, ähnlich einer Erkältung, verlaufen. 13,8 Prozent aller bestätigten Fälle verlaufen schwer. 4,7 Prozent werden als kritisch eingestuft.

Das Coronavirus kann bei schweren Verläufen eine Lungenentzündung mit Atemnot auslösen. Eine Lungenentzündung ist aber kein Alleinstellungsmerkmal von Sars-CoV-2. Auch Grippeviren können Lungenentzündungen auslösen, indem sie das Immunsystem schwächen und den Weg für weitere Erreger ebnen, Bakterien beispielsweise. Eine bakterielle Lungenentzündung gilt als schwere Komplikation einer Grippe-Infektion.

Hinweise, welche Erkrankung vorliegen könnte, gibt die sogenannte Anamnese – also die Vorgeschichte zu einer Krankheit. Patienten, die sich vor kurzem in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben oder Kontakt zu einem nachweislich Erkrankten hatten und nun Symptome bei sich feststellen, sollten umgehend das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren und den Kontakt zu anderen Menschen meiden.

Als Coronavirus-Risikogebiete gelten aktuell laut Robert Koch-Institut:

In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang.

Im Iran: Provinz Ghom

In Italien: Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

Das zuständige Gesundheitsamt lässt sich über diese Seite mittels der Postleitzahl bestimmen.

Vorbeugende Maßnahmen

Gegen Grippe-Viren gibt es eine vorbeugende Schutzimpfung, die jedes Jahr neu an die kursierenden Erreger angepasst wird. Die Impfung ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme im Kampf gegen die Grippe. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie vor allem für Risikogruppen wie Ältere, chronisch Kranke und Schwangere.

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In der aktuellen Grippesaison sind bislang etwa 80.000 Menschen in Deutschland nachweislich an der Grippe erkrankt. 130 Menschen starben. Weil das Infektionsgeschehen noch in vollem Gange ist und meist bis ins Frühjahr anhält, kann es auch jetzt noch sinnvoll sein, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Der Impfschutz ist in etwa zwei Wochen vollständig aufgebaut.

Gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es dagegen noch keinen Impfstoff. Allerdings wird mit Hochdruck an der Entwicklung eines solchen gearbeitet. Auch der gängige Grippe-Impfstoff kann nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen – dafür sind die Viren schlicht zu unterschiedlich.

Umso wichtiger sind deshalb ganz einfache Hygienemaßnahmen, wie sie auch zum Schutz vor Erkältungs- und Grippeviren empfohlen werden. Dazu zählen:

Atemmasken bieten gesunden Menschen dagegen keinen guten Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus. „Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nie“, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vor kurzem im Gespräch mit dem stern. „Viren können beispielsweise auch über die Schleimhaut der Augen in den Körper gelangen, zum Beispiel wenn man von einem Erkrankten direkt angehustet wird.“

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

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