Ärger in Bayern: Auf einmal werden Erstimpfungen in Impfzentren gestoppt

In Deutschland haben mehr als 40 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus bekommen. 11,2 Prozent der Bevölkerung haben bereits den vollen Impfschutz. Alle Meldungen rund ums Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 18. Mai 2021

  • Auf dem schnellsten Weg zum Pieks Hausarzt, Impfzentrum, Drive-In, Newsletter: So kommen Sie jetzt an Ihren Impf-Termin
  • Biontech, Moderna, Astrazeneca (Vaxzevria), Curevac – Die wichtigsten Coronavirus-Impfstoffe im Check

Bayern stoppt Erstimpfungen in Impfzentren

21.23 Uhr: "Es wird jeden Tag besser", sagt Ministerpräsident Markus Söder zum Impffortschritt in Bayern – auch, wenn in den Impfzentren und bei den Hausärzten noch immer über zu wenig Impfstoff geklagt wird. Doch nun kommt Kritik auf.

Das Münchner Gesundheitsamt sei erst am Montag vom bayerischen Gesundheitsministerium informiert worden, dass das Impfzentrum in den kommenden Wochen kaum noch Erst-Impfungen durchführen könne, um Impfstoff für Zweitimpfungen zu sparen. "Das ist nicht die Strategie, die ich mir vorstelle und erfüllt auch nicht das, was uns Kommunen von Monat zu Monat immer wieder aufs Neue zugesagt wurde", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Kritik kam auch aus dem Landratsamt Bamberg: Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Johann Kalb (CSU) zeigten sich laut Mitteilung vom Dienstagabend verärgert über die Impfstrategie: "Ohne Vorwarnung wurden die Impfzentren heute am späten Nachmittag angewiesen, ab morgen nur noch Zweitimpfungen durchzuführen und alle geplanten Erstimpfungen abzusagen", hieß es.

Der Fokus werde nun vorerst auf den Zweitimpfungen liegen, erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Gegenüber dem "BR" sprach das Gesundheitsministerium von 1,1 Millionen Zweitimpfungen, die in den kommenden Wochen anstünden. Dafür werde nahezu der gesamte Biontech-Impfstoff gebraucht, den der Freistaat in der Zeit erhalte.

Über halbe Million zwölf- bis 15-jährige in den USA geimpft

20.05 Uhr: In den USA sind in der vergangenen Woche nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC rund 600.000 Kinder im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren gegen Corona geimpft worden, nachdem die Aufsichtsbehörden das Vakzin von Pfizer und BioNTech für diese Altergruppe freigegeben haben. Insgesamt seien bereits mehr als vier Millionen Menschen unter 17 geimpft worden, führt CDC-Direktorin Rochelle Walensky weiter aus. Der Top-Immunologe Anthony Fauci sagt, er gehe davon aus, dass bis Ende des Jahres in den USA ausreichend Daten vorlägen, um Kinder jeden Alters impfen zu können.

Virologin Ciesek: Kein Versagen der Impfung bei indischer Variante

19.07 Uhr: Die indische Variante des Coronavirus kann nach Einschätzung der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek die Wirkung der Impfung schwächen, ihren Schutz aber nicht ausschalten. Die inzwischen schon in Dutzenden Ländern kursierende Mutante B.1.617 hatte in Deutschland zuletzt einen Anteil von weniger als 2 Prozent, mit steigender Tendenz allerdings.

"Die Varianten aus Indien haben einen leichten Immun-Escape, also eine leicht verminderte Wirksamkeit", sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast "Das Coronavirus-Update". Was man beobachte, sei "eine leichte Einschränkung, aber kein vollständiges Versagen der Impfungen".

Berichte aus Großbritannien, wonach sich Altenheimbewohner trotz vollständiger Impfung mit dieser Variante neu angesteckt haben, beunruhigen Ciesek nicht allzu sehr: Kein Impfschutz wirke vollständig, gerade bei Älteren mit schlechterem Immunsystem. Reinfektionen seien nicht verwunderlich. "Das Wichtige ist, dass diese Menschen nicht schwer erkranken."

Ob die indische Variante die Öffnungsschritte der Briten gefährden, könne man derzeit noch nicht abschätzen. Auch in Deutschland müsse man beobachten, ob der Anteil der indischen Variante weiter ansteige oder ob die Zahlen stagnierten. Dabei könne Deutschland von den Daten aus Großbritannien profitieren, wo diese Variante weiter verbreitet sei und wo mehr sequenziert werde.

Kay Nietfeld/dpa Sandra Ciesek sieht Deutschland „auf dem richtigen Weg“ aus der Pandemie.  

Weitere Genehmigung für Biontech-Impfstoffproduktion in Marburg

17.20 Uhr: Das Regierungspräsidium Gießen hat dem Mainzer Unternehmen Biontech eine weitere Genehmigung für die Produktion des Corona-Impfstoffes im mittelhessischen Marburg erteilt. Man habe den geplanten Anpassungen der Produktionskapazität in dem dortigen Werk zugestimmt, teilte die Behörde am Dienstag mit. Dies sei für das Unternehmen "ein wichtiger Schritt, um die geplante Jahreskapazität von bis zu einer Milliarde Impfstoffdosen am Standort Marburg planmäßig zu produzieren".

Das Regierungspräsidium hatte bereits Mitte Januar den Umbau einer bestehenden Produktionsanlage für die zusätzliche Herstellung von Covid-19-Impfstoff genehmigt, wie die Behörde erläuterte. Nun habe man auch nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz grünes Licht gegeben.

Geplant ist, in Mittelhessen noch in diesem Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des Impfstoffs zu produzieren. Mit vollständigem Betrieb können dort nach Unternehmensangaben jährlich bis zu einer Milliarde Dosen hergestellt werden.

Vorsitzender der Ständigen Impfkommission kritisierte Aufhebung der Impfpriorisierung

16.09 Uhr: Für den Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, kommt die Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni zu früh.

"Der entscheidende Punkt ist, dass wir sicherstellen müssen, dass die Menschen, die ein hohes Risiko für schwere Verläufe mit Covid19 haben, tatsächlich auch ein Impfangebot erhalten haben", so Mertens am Dienstag im ARD-Mittagsmagazin. Zwar seien die Priorisierungsgruppen zu großen Teilen schon geimpft, aber "wir dürfen nicht vergessen, die Menschen, die es dringend brauchen, auch weiterhin zu impfen." dpa/Kay Nietfeld/dpa Thomas Mertens ist Vorsitzender der Ständigen Impfkommission.

Die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sei "eine Konsequenz aus der gegebenen Situation, denn die Priorisierung ist ja an vielen Orten de facto schon seit einiger Zeit sehr löchrig."

Biontech-Vakzin nach Impfung mit Astrazeneca hoch wirksam

15.32 Uhr: Eine Corona-Schutzimpfung mit dem Biontech-Vakzin nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca ist einer spanischen Studie zufolge sicher und hoch wirksam. Die Immunantwort sei in diesem Fall zwischen 30 und 40 Mal größer als bei einer Kontrollgruppe, die nur den Astrazeneca-Impfstoff erhalten habe, belegt eine am Dienstag vorgelegte Combivacs-Studie von Spaniens staatlichem Gesundheitsinstitut Carlos III.

Zudem seien nur wenige schwere Nebenwirkungen unter den 600 Studienteilnehmern aufgetreten. Wegen eines erhöhten Thromboserisikos nach einer Astrazeneca-Impfung wird in zahlreichen Ländern für bestimmte Personengruppen eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff wie von der Mainzer Firma Biontech und ihrem US-Partner Pfizer oder vom US-Konzern Moderna empfohlen. In Deutschland gilt dies für Menschen unter 60 Jahren.

Spahn will Fälschung von Impfpässen unter Strafe stellen

14.27 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Fälschung von Impfpässen unter Strafe stellen. "Fälschungen sind kein Kavaliersdelikt", sagte Spahn am Dienstag den Zeitungder Funke Mediengruppe. "Wer falsche Angaben in einen Impfpass einträgt, macht sich strafbar – und wer so einen Pass nutzt, genauso." Das solle klargestellt werden. "Aber auch Falschangaben aus Gefälligkeit sollen geahndet werden, das sorgt für mehr Gerechtigkeit.

"Nur wer wirklich geimpft, genesen oder negativ getestet ist, kann andere kaum noch infizieren", fügte Spahn hinzu. Ein Gesetzentwurf des Ministers sieht den Funke-Zeitungen zufolge vor, dass sich strafbar macht, wer unwahre Angaben in Impfpässe, Genesenen- oder Testdokumente einträgt oder wer Dokumente mit falschen Angaben nutzt. Die Nutzung solcher Dokumente soll mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Wer Dokumente mit falschen Angaben ausstellt, dem droht demnach eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Damit soll verhindert werden, dass Ärzte aus "Gefälligkeit" falsche Angaben in Impfpässe eintragen oder entsprechende Dokumente ausstellen. Prinzipiell sollen neben Ärzten auch Apotheker nachträglich Impfzertifikate ausstellen dürfen. Allerdings müssen sie dafür die Vorlage eines Personalausweises und des Impfpasses verlangen. Auch darf eine nachträgliche Ausstellung im Regelfall nur in räumlicher Nähe zum Impfort erfolgen und prüfen.

Gibt es Zweifel an der Echtheit eines Impfpasses oder an den Angaben darin, darf kein Zertifikat ausgestellt werden. Entsteht der Verdacht, dass eine unrichtige oder gefälschte Impfdokumentation vorgelegt wird, ist die Ausstellung zwingend zu unterlassen“, heißt es in dem Gesetzentwurf.

Ministerium: NRW hebt Impf-Priorisierung zum 7. Juni auf

12.26 Uhr: NRW folgt dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz und hebt die Impfpriorisierung ab dem 7. Juni auf. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Dienstag sagte, sollen ab diesem Tag auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden.

Die Impfstoffe für Betriebsärzte stellt der Bund zur Verfügung. Das genaue Verfahren zur Verteilung wird laut Landesregierung noch vom Bund geregelt.

Arztpraxen – nun auch privatärztliche Praxen – dürfen ab dem 7. Juni in NRW laut Gesundheitsministerium in eigener Verantwortung impfen. Es bleibt ihnen überlassen, welchen Patienten sie einen Impftermin geben.

Auch in den Impfzentren des Landes wird die Priorisierung aufgehoben. NRW behalte sich aber vor, «bestimmten Bevölkerungsgruppen ein Sonderimpfangebot zu unterbreiten», so das Ministerium. Der Sprecher wies darauf hin, dass in allen drei Bereichen, weiterhin begrenzt Impfstoff zur Verfügung stehen werde. «Daraus folgt, dass auch nach dem 7. Juni nicht alle Impfwilligen, die noch keine Impfung erhalten haben, umgehend eine Impfung erhalten werden können.»

Bund und Länder planen weiteren Impfgipfel am 27. Mai

10.49 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 27. Mai über das weitere Vorgehen bei den Corona-Impfungen beraten. Dabei soll es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vom Dienstag unter anderem um das Impfen von Schülern und Studenten, den geplanten digitalen Impfnachweis sowie die Impflogistik im Sommer gehen. Eine offizielle Einladung zu den Beratungen gab es demnach noch nicht. Zuerst hatte der Sender RTL/n-tv über den Termin berichtet. Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten sich zuletzt am 26. April zu einem Impfgipfel getroffen.

Hausärzte erhalten ab 25. Mai Impfstoff von Johnson & Johnson

Dienstag, 18. Mai, 06.24 Uhr: In der letzten Maiwoche sollen die Hausärzte in Deutschland erstmal Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten. "Der Bund wird für die Woche vom 25. bis 30. Mai rund 1,6 Millionen Dosen von Biontech, etwas mehr als 500.000 Dosen von Johnson & Johnson und voraussichtlich 600.000 von Astrazeneca bereitstellen", teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) den Praxen in einer Mitteilung mit, über die die "Rheinischen Post" (Dienstag) berichtet.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er mit einer Dosis auskommt.

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