Das RKI meldet am Dienstag 23.428 Neuinfektionen. Gesundheitsminister Lauterbach fordert eine baldige Impfpflicht. Das Thema Lockdown wird erneut scharf diskutiert. Auch in den USA breitet sich die neue Mutante inzwischen rasch aus. Alle Neuigkeiten zur Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.
News zu Corona vom 21. Dezember
- Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten.
- News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick.
- Offizielle Statistik – Übersterblichkeit in Deutschland 2021?
Intensivmediziner Christian Karagiannidis für Trennung der Inzidenzen von Delta und Omikron
06.46 Uhr: Um Infektionen künftig besser nachvollziehen zu können, hat sich der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, für eine Trennung der Omikron-Inzidenz von der Delta-Inzidenz ausgesprochen. „Großbritannien hat gezeigt, dass die Delta-Welle sehr konstant verläuft und Omikron jetzt hinzukommt“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir sehen dort einen steilen Anstieg der Omikron-Fälle, aber noch keinen Abfall von Delta.“
Ohne eine Trennung der Inzidenzen der beiden Corona-Mutationen könne nicht erfasst werden, „wenn die Delta-Welle abfällt und sich dafür die deutlich infektiösere Omikron-Variante verbreitet“, so Karagiannidis. Die Gefahr sei, dass sich Omikron viel schneller verbreite und es deshalb plötzlich sehr hohe Omikron-spezifische Inzidenzen gebe. „Derzeit sind wir Großbritannien geschätzt zwei Wochen hinterher.“
Top-Immunologe: Novavax eignet sich auch als Booster-Impfstoff
06.06 Uhr: Nach Ansicht von Immunologen eignet sich der neu in der EU zugelassene Impfstoff des US-Herstellers Novavax auch für Booster-Impfungen. "Alles was bislang bekannt ist, deutet darauf hin, dass Novavax wahrscheinlich ein sehr guter Impfstoff ist", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagausgabe). "Bei den Booster-Impfungen ist Novavax laut einer britischen Studie nicht ganz so effektiv wie die mRNA-Impfstoffe, aber deutlich besser als Vektorimpfstoffe", sagte der Dortmunder Immunologie-Professor.
Dies unterscheide das Vakzin von Novavax von dem Totimpfstoff-Zulassungskandidaten Valneva. "Bei Booster-Impfungen sah man, dass mRNA-Impfstoffe den Antikörperschutz zwanzig- bis dreißigfach verbesserten, Valneva aber nur zweifach", sagte Watzl der Zeitung.
Das Präparat von Novavax müsse nun auch an die Omikron-Variante und ihr verändertes Spike-Protein angepasst werden, sagte Watzl. "Die Entwicklung einer neuen Zelllinie wird für den Hersteller etwas aufwendiger sein, als es für die Produzenten der mRNA-Impfstoffe sein wird, ihr Ausgangsprodukt umzustellen." gettyimages/Alastair Grant/AP/dpa Der US-Pharmakonzern Novavax hat für seinen Corona-Impfstoff eine Marktzulassung in der Europäischen Union beantragt.
Generell hat der Novavax-Impfstoff dem Immunologe zufolge fast ein ähnliches Potenzial wie die Vakzine der Hersteller Biontech und Pfizer oder Moderna: "Novavax hat in den amerikanischen Zulassungsstudien einen 90- prozentigen Impfschutz gegen die Alpha-Variante gezeigt und kommt damit sehr nah an die mRNA-Impfstoffe heran", sagte Watzl. Der größte Vorteil sei, dass der Impfstoff von Novavax nur im Kühlschrank und nicht im Tiefkühler gelagert werden müsse.
Der proteinbasierte Impfstoff Nuvaxovid hatte nach einer entsprechenden Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) am Montag eine bedingte Marktzulassung durch die EU-Kommission erhalten. Die Zustimmung der Kommission galt als reine Formsache, nachdem die EMA grünes Licht für das Vakzin für Menschen ab 18 Jahren gegeben hatte.
Mit dem Novavax-Impfstoff steht in den EU nun erstmals ein proteinbasierter Corona-Impfstoff zur Verfügung – eine seit langem bekannte und genutzte Methode. Daher könnte der Impfstoff auch für Menschen interessant sein, die Vorbehalte gegen die neuartigen Technologien der mRNA- und Vektorimpfstoffe haben.
Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt leicht auf 306,4
04.30 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut leicht gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagmorgen lag der Wert bei 306,4. Am Vortag hatte er noch bei 316 gelegen, vor einer Woche bei 389,2. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 23.428 Neuinfektionen verzeichnet.
Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in Deutschland stieg um 462 auf 108.814. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Von Anfang November an war der Wert rasant angestiegen. In der Folge wurden täglich neue Höchststände registriert. Anfang Dezember sank die Zahl dann wieder.
Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wieviele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel – das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 4,73.
Britische Expertin: Reisebeschränkungen gegen Omikron nicht wirksam
03.25 Uhr: Eine der führenden britischen Corona-Expertinnen hat die Beschränkungen, die Deutschland im Kampf gegen Omikron für Reisende aus Großbritannien verhängt hat, als wirkungslos kritisiert. "Es ist zu spät. Wenn Deutschland das vor drei Wochen getan hätte, fein", sagte Christina Pagel. Die Omikron-Variante habe sich aber längst auch in Deutschland verbreitet. Bei der rasend schnellen Übertragbarkeit machten Reisebeschränkungen keinen signifikanten Unterschied mehr.
Großbritannien gilt seit Anfang der Woche für Deutschland als Virusvariantengebiet, was die Einreise von der Insel drastisch beschränkt. Rückkehrer müssen – egal ob geimpft oder nicht – für 14 Tage in Quarantäne. Damit suggeriere man nur, etwas gegen die Ausbreitung der Variante zu tun, ohne wirklich zu handeln, kritisierte Pagel. "Was man wirklich tun muss, ist die Verbreitung im Inland zu verhindern. Und bei dem Tempo von Omikron kann man sich dabei nicht nur auf Boostern verlassen." In Großbritannien gehört die deutsch-britische Mathematikerin vom University College London zu den führenden Erklärerinnen in der Pandemie.
Gewalt bei Corona-Protesten: 13 Einsatzkräfte in Mannheim verletzt
02.30 Uhr: Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen während einer unangemeldeten Demonstration gegen Corona-Maßnahmen sind in Mannheim nach Polizeiangaben 13 Einsatzkräfte verletzt worden. Demnach hatten die Protestierenden das Versammlungsverbot ignoriert und Widerstand geleistet, als die Ordnungskräfte ihren Aufzug beenden wollten. Einer der Beamten sei ins Krankenhaus gebracht worden. Wegen der Angriffe seien 13 Personen festgenommen worden, hieß es weiter. Geprüft werde, ob ein Demonstrant einem Haftrichter wegen Körperverletzung vorgeführt werden könne. Weitere 131 Menschen seien wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt worden.
Auch in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) gab es einen Protest mit 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Einsatzkräfte, von denen zwei verletzt worden seien. Weitere Demonstrationen etwa in Heidelberg verliefen friedlich. Die Versammlungen waren nicht angemeldet.
Omikron nun auch in USA vorherrschende Variante – Anteil bei 73 Prozent
01.05 Uhr: Omikron hat sich in den USA binnen kurzer Zeit zur vorherrschenden Corona-Variante entwickelt. Schätzungen zufolge entfielen rund 73 Prozent der Corona-Fälle in der vergangenen Woche auf Omikron, wie aus Daten auf der Webseite der US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag hervorging. Dabei handelt es sich um einen sprunghaften Anstieg – noch in der Woche zuvor waren es lediglich rund 12 Prozent gewesen. Omikron hat nun Delta, die zuvor vorherrschende Variante, auf den zweiten Platz verdrängt. Delta machte den CDC-Schätzungen zufolge zuletzt noch etwa ein Viertel der Fälle aus. In manchen Bundesstaaten ist Omikron gar schon für mehr als 90 Prozent der Fälle verantwortlich.
In Deutschland dürfte eine ähnlich rasante Entwicklung bevorstehen: Hier verdoppelt sich die Omikron-Inzidenz laut dem neuen Corona-Expertenrat der Bundesregierung etwa alle zwei bis vier Tage.
Im Sommer litten die USA unter einer heftigen Delta-Welle. Im September ging die Zahl der Neuinfektionen dann vorübergehend zurück, seit Oktober steigt sie aber wieder an – in den vergangenen Tagen besonders stark. Mehr als 800 000 Menschen sind in den USA seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.
Die Impfkampagne war in den USA gut angelaufen, mittlerweile kommt sie aber nur noch schleppend voran. Bislang sind dort 61,5 Prozent der rund 330 Millionen Menschen im Land zweifach geimpft. Knapp 30 Prozent von ihnen haben auch eine Auffrischungsimpfung erhalten. US-Präsident Joe Biden will sich am Dienstag in einer Rede zur Corona-Pandemie an die Bevölkerung wenden. Bisher hat das Weiße Haus die Omikron-Variante als Grund zur Sorge, aber nicht als Anlass zur Panik bezeichnet.
Ramelow ruft Ungeimpfte zu Novavax-Impfung auf
00.24 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat Ungeimpfte mit Misstrauen gegenüber mRNA-Impfstoffen dazu aufgerufen, den neu zugelassenen Totimpfstoff des US-Herstellers Novavax zu nutzen. "Der erste Totimpfstoff ist jetzt von der Europäischen Arzneimittelbehörde zugelassen worden; ein zweiter wird bald folgen", sagte der Regierungschef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Ich freue mich darüber als ostdeutscher Ministerpräsident sehr. Und ich sage denjenigen, die den mRNA-Impfstoffen ablehnend gegenüberstehen und derzeit demonstrieren gehen: Wenn sie sich ernst nehmen, dann müssen sie sich nun auch impfen lassen."
Jetzt gehe es nur noch um die Produktion und darum, genügend Impfstoff bereitzustellen, sagte Ramelow. Dann stehe Impfungen mit einer wirksamen Alternative nichts mehr im Wege. Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild Bodo Ramelow (Die Linke) steht im Thüringer Landtag.
In Deutschland sind Millionen Menschen noch ungeimpft. Zurückgeführt wird das teils auch auf Misstrauen oder Unsicherheiten in Bezug auf bisher zugelassene Mittel. Das Novavax-Präparat ist weder ein mRNA-Impfstoff wie die Präparate von Biontech und Moderna noch ein Vektor-Impfstoff wie die von Astrazeneca und Johnson & Johnson. Sogenannte Totimpfstoffe wie nun der von Novavax sind schon länger verfügbar, etwa gegen Hepatitis A und B oder Grippe. Deshalb bestehen Hoffnungen, dass mit einer klassischen Impfstofftechnologie mehr Menschen zum Impfen bewegt werden könnten.
Lehrer: Homeschooling und Ferienverlängerung wegen Omikron denkbar
00.20 Uhr: Wegen der sich rasch ausbreitenden Coronavirus-Variante Omikron kann sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (G.EW) vorstellen, die Weihnachtsferien zu verlängern oder Homeschooling kurzzeitig wieder einzuführen. "Distanzunterricht für eine begrenzte Zeit nach den Weihnachtsferien kann eine Möglichkeit sein, die Verbreitung der Omikron-Variante zu erschweren", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Dies müsse aber eine Ausnahme bleiben, die allein der aktuellen Situation geschuldet sei, erklärte sie weiter.
Der Präsident des Deutsche Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte: "Wenn die Infektionszahlen aufgrund von Omikron in den Weihnachtsferien massiv nach oben gehen, dürfen Ferienverlängerungen beziehungsweise erneuter Distanzunterricht nicht ausgeschlossen werden." Es sei falsch, Schulen bei einem größeren Maßnahmenkatalog komplett auszunehmen, weil dort demnächst eine hochansteckende Virusvariante auf eine Vielzahl von Kontakten treffe.
Finnern und Meidinger forderten beide, dass die Länder hier nicht einzeln vorgehen dürften, sondern dass Maßnahmen bei der bevorstehenden Bund-Länder-Konferenz dazu am Dienstag getroffen werden müssten. "Wir brauchen ein einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern orientiert an Parametern wie altersabhängiger Inzidenzen und Landesimpfquoten", sagte Meidinger dem RND. "Aktuell herrscht Chaos und Verwirrung. Manche Bundesländer haben bereits Ferien, manche haben die Präsenzpflicht aufgehoben, andere bleiben beim regulären Ferienbeginn."
Klingbeil: Omikron kann uns härter treffen als andere Länder
00.10 Uhr: Deutschland wird nach Einschätzung von SPD-Chef Lars Klingbeil wegen der vergleichsweise niedrigen Corona-Impfquote von Omikron möglicherweise schlimmer betroffen sein als andere Länder. "Wir haben in Deutschland das Problem, dass nur 70 Prozent der Bevölkerung geimpft ist. Deswegen kann es uns härter treffen als andere Länder", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Die Zahl der Ungeimpften ist mit Omikron eine riesige Herausforderung", betonte Klingbeil. Mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Dienstag verteidigte er geplante Einschränkungen. "Wir werden weitere Kontakteinschränkungen brauchen, auch im privaten Bereich und auch für Geimpfte."
Trump offenbart Booster-Impfung und erntet Buhrufe
Dienstag, 21. Dezember, 00.01 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat sich eigenen Angaben nach eine Booster-Impfung gegen das Coronavirus geben lassen – und ist daraufhin von einigen Anhängern ausgebuht worden. "Sowohl der Präsident als auch ich sind geimpft", sagte der konservative Moderator Bill O'Reilly am Sonntag auf einer Veranstaltung mit Trump in Dallas, wie aus einem Video von O'Reillys Programm "No Spin News" zu sehen ist. Der Moderater fragte anschließend Trump, ob dieser eine Auffrischungsimpfung bekommen habe. Trump bejahte die Frage – aus dem Publikum gab es daraufhin vereinzelt lautstarke Reaktionen. "Nicht, nicht, nicht (…) nein, nein", reagierte Trump und winkte ab. "Das ist okay, es ist eine sehr kleine Gruppe da drüben." IuliaIR/Shutterstock.com Anti-Corona-Medikament: Das hat es mit dem “Trump-Stoff” auf sich
Zuvor hatte der 75-Jährige über das Impfen gegen Covid-19 gesprochen. "Wenn man sie nicht bekommen will, sollte man nicht gezwungen werden, sie zu bekommen", sagte er über die Impfung. Gleichzeitig verteidigte er diese. Damit seien zahlreiche Menschenleben gerettet worden, sagte er. Trump hatte im September erklärt, er werde sich wahrscheinlich nicht boostern lassen. An anderer Stelle hatte er den Menschen im Land aber auch empfohlen, sich impfen zu lassen – allerdings immer betont, dass er dabei an die Freiheit des Einzelnen glaube. Trump war kurz vor der Präsidentschaftswahl 2020 selbst an Covid-19 erkrankt. Er wurde damals in einem Militärkrankenhaus behandelt.
US-Präsident Joe Biden setzt mittlerweile auf weitgehende Impfpflichten. Er ruft immer wieder offensiv zur Impfung auf und hat sich anders als Trump auch vor laufenden Kameras impfen lassen. Die Impfkampagne war in den USA gut gestartet – kommt mittlerweile aber nur noch schleppend voran. Bislang sind in den USA 61,5 Prozent der rund 330 Millionen Menschen zweifach geimpft. Knapp 30 Prozent von ihnen haben auch eine Auffrischungsimpfung erhalten.
Bayern schafft 2G-Ausnahme: Regel gilt nicht für Spielzeugläden
21.22 Uhr: Spielzeugläden in Bayern dienen genauso wie Buchhandlungen oder Blumenläden der Deckung des täglichen Bedarfs und unterliegen damit auch nicht der 2G-Regel. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bereits am vergangenen Freitag entschieden. Gegen den Beschluss gibt es keine Rechtsmittel. Moritz Frankenberg/dpa In Bayern fällt die 2G-Regel für den Spielzeughandel.
Die Staatsregierung hatte Anfang Dezember verfügt, dass im bayerischen Einzelhandel nur noch Geimpfte und Genesene Zugang haben. Ausgenommen wurden Ladengeschäfte "zur Deckung des täglichen Bedarfs". Wie der Verwaltungsgerichtshof am Montag mitteilte, hatte der Inhaber eines Spielwarengeschäfts einen Eilantrag hiergegen gestellt. Die Richter lehnten den Eilantrag als unzulässig ab – aber nur, weil der Kläger gar nicht betroffen sei.
Denn die Staatsregierung hatte als Ausnahmen von der 2G-Regel einerseits Läden der eindeutig notwendigen Grundversorgung wie Lebensmittelgeschäfte und Apotheken aufgezählt – andererseits aber auch Buch- und Blumenläden, Gartenmärkte und Weihnachtsbaumverkäufe, die eindeutig nicht zur täglich notwendigen Grundversorgung gehören.
Für Kinder aber hätten Spielzeugläden – zumal in der Weihnachtszeit – mindestens dieselbe Bedeutung wie für Erwachsene Bücher, Schnittblumen und Gartengeräte, erklärten die Richterinnen und Richter nun. Wie wichtig und dringlich ein täglicher Bedarf sein müsse, damit das Geschäft nicht der 2G-Vorschrift unterliegt, sei weder dem Verordnungstext noch der Begründung zu entnehmen.
Corona-Intensivbetten in Mecklenburg-Vorpommern vollständig ausgelastet
19.29 Uhr: Die Intensivbetten für Covid-Patienten sind in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales vollständig ausgelastet. Am Montag lagen dort demnach 100 Covid-Patienten – vier mehr als am Vortag. Die Zahl der Patienten mit Covid-19 in den Krankenhäusern stieg auf 415, das waren 28 mehr als am Sonntag, wie das Landesamt mitteilte. Es wurden neun weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet, damit stieg die Zahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie in dem Land auf 1432.
WHO gegen Boostern von Gesunden – vorrangig Ungeimpfte von Impfung überzeugen
18.28 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, Auffrischimpfungen als Allheilmittel auf dem Weg aus der Corona-Pandemie zu sehen. Sie spricht sich zugleich gegen Booster für die gesunde Bevölkerung aus, weil damit der Impfstoff zur Versorgung der ganzen Welt mit Erst- und Zweitimpfungen noch knapper werde. Statt Gesunde zu Boostern, sollten die Länder mehr tun, um Ungeimpfte zu erreichen, im eigenen Land und im Rest der Welt, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa Das Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Die Frage der Auffrischimpfungen ist demnach direkt mit der Frage einer gerechten Impfstoffverteilung verbunden. Die WHO hat seit Monaten davor gewarnt, dass sich in Ländern, deren Bevölkerungen nicht ausreichend geimpft sind, gefährliche Virus-Varianten entwickeln können.
Während nach den WHO-Zahlen in Deutschland 160 Impfdosen pro 100 Einwohner vergeben worden sind, waren es etwa in Kamerun 3,7, im Tschad 1,7 und in der Demokratischen Republik Kongo 0,29.
"Wenn wir nicht versuchen, die Ungeimpften zu impfen, kann es sein, dass wir das gewünschte Ziel nicht erreichen", sagte Tedros. Auf den Intensivstationen der Länder, die jetzt umfangreiche Booster-Kampagnen gestartet hätten, lägen überwiegend Ungeimpfte. "Menschen sterben, weil sie nicht geimpft sind, nicht, weil sie nicht geboostert sind", sagte Tedros.
Tedros warnte, dass die Infektionszahlen durch große Feiern über die Festtage weiter anziehen werden. Um den Trend zu ändern, sei es besser, Feiern zu verschieben oder abzusagen.
RKI erhöht Risikobewertung: Gefährdung durch Omikron nun "sehr hoch"
17.07 Uhr: Das RKI hat seine Risikobewertung aufgrund des Auftretens und der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante aktualisiert. Für zweifach Geimpfte und Genesene werde die Gefahr einer Ansteckung nun als hoch angesehen, teilte das RKI am Montag auf Twitter mit. Für Ungeimpfte bleibt es demnach "sehr hoch". Für Geimpfte mit Auffrischimpfung (Booster) schätzt das Institut die Gefährdung hingegen als moderat ein. Insgesamt werde die Gefährdung der Bevölkerung als "sehr hoch" eingeschätzt, schreibt das Institut in seiner geänderten Risikobewertung. Es warnt vor schlagartiger Erhöhung der Fallzahlen und rascher Überlastung der Versorgung.
"Ursächlich hierfür ist das Auftreten und die rasante Verbreitung der Omikronvariante, die sich nach derzeitigem Kenntnisstand (aus anderen Ländern) deutlich schneller und effektiver verbreitet als die bisherigen Virusvarianten", schreibt das RKI. Die aktuelle Entwicklung sei «sehr besorgniserregend». Zu befürchten sei bei weiterer Verbreitung von Omikron eine weitere Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle und ein Überschreiten der deutschlandweit verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten.
Dänemark kommt mit dem Testen nicht hinterher
16.56 Uhr: Die Testcenter in Dänemark sind an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die hohen Ansteckungszahlen hätten dazu geführt, dass eine Rekordzahl von Menschen vor den Weihnachtstagen sicherstellen wolle, dass sie sich nicht mit Corona infiziert haben, sagte Anne-Marie Vangsted, die Direktorin der Testcenter, am Montag der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. "Die Anzahl der PCR-Tests, die wir pro Tag analysieren können, ist begrenzt." Matthias Balk/dpa/Symbolbild Eine Frau hält in einem Covid-19-Testcenter die Probe von einem Rachenabstrich in den Händen.
Fortan können nur noch Menschen einen PCR-Test buchen, die tatsächlich Symptome haben, in Kontakt mit einer infizierten Person kamen oder in einem Schnelltest positiv auf Corona getestet wurden. Wenn man zum Weihnachtsfest mit der Familie wolle, gebe es andere Möglichkeiten wie Antigentests oder Selbsttests, sagte Vangsted.
In Dänemark mit seinen 5,8 Millionen Einwohnern waren am Montag rund 10 500 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Rund fünf Prozent der Tests fielen positiv aus. Bis Montag wurde bei insgesamt 23 000 Fällen die Omikron-Variante festgestellt.
Frankreich: Seit Juni 182.000 gefälschte Gesundheitspässe gefunden
16.34 Uhr: Seit der Einführung der Nachweispflicht für 3G in Frankreich im Juni sind die Behörden auf 182.000 gefälschte Dokumente gestoßen. Das teilte das französische Innenministerium in Paris am Montag mit. Der Nachweis über eine Corona-Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Test ist in Frankreich an zahlreichen Orten Pflicht – etwa um ins Restaurant, ins Kino oder ins Museum zu gehen. Auch für die Fahrt mit dem Fernzug oder dem Reisebus ist der sogenannte Gesundheitspass notwendig.
Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin wies auf Twitter darauf hin, dass die Nutzung, Herstellung und der Verkauf gefälschter Gesundheitspässe mit bis zu fünf Jahren Haft und bis zu 75.000 Euro Geldbuße geahndet werde.
In den vergangenen Wochen stieg die Zahl der Neuinfektionen in Frankreich enorm an. Zuletzt steckten sich landesweit etwa 530 Menschen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner an.
Angesichts dessen will Frankreichs Regierung den Gesundheitspass im neuen Jahr anpassen. Ein negativer Test soll dann nicht mehr ausreichen, wie Premierminister Jean Castex ankündigte. Der Pass solle zu einem Impfpass werden. Ob der Status Genesen weiterhin gültig bleiben solle, sagte er zunächst nicht.
Ampel bereitet in Krisensitzungen Omikron-"Notbetrieb" für Deutschland vor
13.53 Uhr: Bundesregierung und Bundesländer bereiten derzeit Notfallpläne für den Fall vor, dass die Omikron-Welle Deutschland überrollt, berichtet die "Bild"-Zeitung aus Regierungskreisen. In Krisensitzungen aller betroffenen Ressorts der Bundesregierung und der Länder wird gerade an Reservepläne gearbeitet für den Fall, dass durch millionenfache Infektionen ein großer Teil von Arbeitskräften und Beamten ausfallen, weil sie sich in Quarantänebegeben müssen.
Jeder Bereich und alle Länder- und Bundesministerien seien vom Kanzleramt und dessen Krisenstab beauftragt worden, Notfall- und Reservepläne zu erstellen, um dann einen "Notbetrieb“ aufrechtzuerhalten. Aussschlaggebend sei der Hinweis des Corona-Expertenrats der Bundesregierung gewesen, wonach nicht auszuschließen ist, dass sich Omikron ähnlich schnell und umfassend in der deutschen Bevölkerung verbreitet wie derzeit in Großbritannien.
Bericht: 20 Millionen Extra-Dosen Biontech für Deutschland
13.29 Uhr: Laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung erhält Deutschland 20 Millionen weitere Biontech-Dosen. Demnach kaufe das Unternehmen Dosen im Ausland, etwa Ungarn, zurück und liefere diese stattdessen nach Deutschland. Die Dosen sollen im ersten Quartal des Jahres 2022 geliefert werden. Boris Roessler/dpa/Bildarchiv Verbrauchte Ampullen mit dem Biontech-Impfstoff Comirnaty stehen bei einer Impfaktion des DRK in Kirn auf einem Tisch.
Weltwirtschaftsforum in Davos verschoben
13.02 Uhr: Die für Januar 2022 geplante Jahreskonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos wird verschoben. Zu diesem Entschluss sei die Stiftung wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus gekommen, teilte sie am Montag an ihrem Sitz in Cologny bei Genf mit. Mit den nötigen Corona-Maßnahmen und den Reisebeschränkungen wegen der Pandemie wäre es extrem schwierig gewesen, ein internationales Treffen abzuhalten.
Als nächster Termin werde der Frühsommer 2022 angepeilt. Das Treffen hätte vom 17. bis 21. Januar im Schweizer Alpenort Davos im Kanton Graubünden stattfinden sollen.
Die Stiftung bringe Führungskräfte stattdessen virtuell zusammen, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab. "Die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor hat sich während der Pandemie weiterentwickelt, und das wird auch weiterhin so bleiben. Wir freuen uns darauf, die führenden Persönlichkeiten der Welt bald persönlich zusammenzubringen." dpa
Die Stiftung hält ihr Jahrestreffen seit Jahrzehnten mit wenigen Ausnahmen im Schweizer Wintersport Davos ab. Dort Treffen sich tausende Unternehmer und Politiker zum Austausch über die drängenden Themen von Wirtschaft und Gesellschaft. Es ist mit Regierungschefinnen und -chefs und Unternehmensspitzen aus aller Welt stets hochkarätig besetzt.
Auch in diesem Jahr war das Treffen erst verschoben worden und wurde schließlich ganz abgesagt. Es sollte zunächst im Mai in Singapur stattfinden, dann im August, aber auch die Pläne wurden durch die Pandemie zunichte gemacht.
Klingbeil fordert weitere Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten
12.59 Uhr: Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat auf schnelle Entscheidungen in der Corona-Pandemie gepocht. „Corona ist wieder das Thema, das unseren Alltag bestimmt“, sagte er am Montag in Berlin nach der konstituierenden Sitzung des neuen SPD-Parteivorstandes. Vor dem Treffen von Bund und Ländern am Dienstag schloss sich Klingbeil der Meinung des neuen Corona-Expertenrats an und forderte weitere Kontaktbeschränkungen nach den Weihnachtsfeiertagen. „Wir nehmen die erste Stellungnahme sehr ernst“, sagte er. Neben Kontaktbeschränkungen muss auch die Boosterkampagne intensiviert werden und die kritische Infrastruktur geschützt werden. „Dafür müssen jetzt sofort umfassende Maßnahmen beschlossen werden“, so der neue SPD-Vorsitzende. Laut der Co-Vorsitzenden Saskia Esken müssen auch Clubs und Bars geschlossen werden. David Inderlied/dpa Lars Klingbeil soll am kommenden Wochenende von einem Parteitag zum Co-Parteichef gewählt werden.
Einen möglichen Lockdown im Januar erwähnten die SPD-Vorsitzenden nicht. "Es gibt keine roten Linien", sagte allerdings Klingbeil, falls sich die Ausbreitung der Omikron-Variante verstärke und die bis dahin beschlossenen Maßnahmen sich als nicht ausreichend erweisen sollten. "Dann müssen alle anderen Maßnahmen auch denkbar sein", betonte der Parteichef.
Britische Regierung holt wegen Omikron Lehrer aus dem Ruhestand
11.41 Uhr: Wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante in Großbritannien will der britische Bildungsminister Lehrkräfte aus dem Ruhestand zurückholen. Alle, die sich imstande fühlten, zu helfen, sollten sich jetzt auf einer entsprechenden Internetseite registrieren, um die "Störungen durch das Virus im neuen Jahr" zu reduzieren, sagte Nadhim Zahawi am Montag dem Sender Sky News zufolge. Aufgrund der extrem hohen Übertragbarkeit von Omikron wird befürchtet, dass im ganzen Land viele Lehrkräfte gleichzeitig ausfallen, was den Schulbetrieb erheblich stören könnte. Einige Schulen sollen sich bereits wieder auf Online-Unterricht vorbereiten. Armin Weigel/dpa/Symbolbild «Coronavirus» steht auf einer Tafel in einem leeren Klassenzimmer.
Großbritannien: Zwölf Menschen an Omikron verstorben
11.07 Uhr: In Großbritannien sind zwölf Menschen gestorben, bei denen die Omikron-Mutante des Coronavirus nachgewiesen wurde. Gegenwärtig liegen zudem 104 Menschen im Krankenhaus, die sich damit angesteckt hätten, sagt der stellvertretende britische Premierminister Dominic Raab dem Hörfunksender Times Radio. In Großbritannien breitet sich derzeit die Omikron-Variante rasch aus.
18-Jähriger mit gefälschtem Impfausweis geht auf Apotheken-Mitarbeiterin los
10.01 Uhr: Ein 18-Jähriger hat in Hagen eine Mitarbeiterin einer Apotheke angegriffen, als diese ihn auf seinen gefälschten Impfausweis ansprach. Der junge Mann wollte seinen Impfausweis am Freitagnachmittag in der Apotheke digitalisieren lassen, wie die Polizei am Montag mitteilte. Als die 63 Jahre alte Mitarbeiterin die Chargennummern der Impfstoffe überprüfte, habe sie diese als Fälschungen erkannt.
Darauf angesprochen, ging der 18-Jährige demnach hinter den Verkaufstresen, versuchte nach dem Dokument zu greifen und stieß die Frau zu Boden. Der Filialleiter und ein weiterer Mitarbeiter hielten ihn fest und riefen die Polizei. Den Angreifer erwarten nun mehrere Anzeigen.
Israel verbietet Deutschland-Reisen wegen Omikron-Variante
09.35 Uhr: Israel verbietet seinen Bürgern wegen der Corona-Lage in Deutschland Reisen in die Bundesrepublik. Die Maßnahme zur Eindämmung der Omikron-Variante des Coronavirus soll in der Nacht zum Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten, teilte die Regierung am Montag mit. Das Kabinett bestätigte damit eine entsprechende Empfehlung des Gesundheitsministeriums.
Darüber hinaus gelten damit ab Mittwoch auch Italien, die USA, Belgien, Ungarn, Marokko, Portugal, Kanada sowie die Türkei und die Schweiz als "rote Länder". In Israel gibt es bereits ein Einreiseverbot für Ausländer. Bisher galten zudem schon mehr als 50 Länder – vor allem in Afrika – als «rot», Israelis dürfen dorthin nur mit Sondergenehmigung reisen.
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"Einzig gangbarer Weg": Arbeitgeberpräsident für allgemeine Impfpflicht
09.31 Uhr: Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat seine anfangs zögerliche Haltung zu einer allgemeinen Impfpflicht geändert. "Ich habe lange auf die Vernunft der Menschen gebaut, aber mittlerweile bin ich sehr für eine allgemeine Impfpflicht", sagte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) dem "Handelsblatt" vom Montag. "Ich halte sie für den einzig gangbaren Weg, die Pandemie in den Griff zu bekommen." Lennart Preiss/dpa/Symbolbild Eine Ärztin impft einen Mann gegen Corona.
Die geplante erneute Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld begrüßte der Unternehmer. Dulger warnte zugleich vor Gewöhnungseffekten und steigenden Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung: "Wenn es jetzt zu einer Verlängerung des erleichterten Bezuges kommt, dann sind mir zwei Dinge wichtig: Erstens: Das darf kein Dauerinstrument werden – das wäre in einer Marktwirtschaft ein Fremdkörper". Zweitens sollten dafür keine Schulden bei der Bundesagentur für Arbeit gemacht werden. "Wenn der Staat das will, dann braucht die Bundesagentur das Geld aus dem Bundeshaushalt und nicht durch Beitragserhöhungen."
Rund 16.000 Neuinfektionen in Deutschland – Inzidenz steigt leicht
05.50 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach längerer Abwärtstendenz erstmals wieder im Vergleich zum Vortag leicht gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 316,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der bundesweite Wert bei 315,4 gelegen, vor einer Woche bei 389,2 (Vormonat: 386,5).
Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 16.086 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.53 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 21.743 Ansteckungen gewesen. Die Zahl gemeldeter Infektionen geht seit knapp drei Wochen zurück. Experten befürchten wegen der besonders ansteckenden Omikron-Variante aber eine baldige Trendumkehr. Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa Krankenhausmitarbeiter betreuen einen Patienten auf einer Intensivstation in Rostock.
Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 119 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 116 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.809.622 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.
Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,10 (Donnerstag: 5,17) an. Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 5.801.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 108.352.
Grünen-Experte Dahmen: "Wir werden um einen Lockdown nach Weihnachten vermutlich nicht herumkommen"
Montag, 20. Dezember, 05.45 Uhr: Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus einen Lockdown nach den Feiertagen ins Spiel gebracht. "Wir müssen mit unseren Maßnahmen vor die Omikron-Welle kommen. Unser heutiges Handeln bestimmt die morgige Pandemie-Lage", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der äußerst hohen Übertragbarkeit von Omikron werden wir um einen Lockdown nach Weihnachten vermutlich nicht herumkommen. Ein mögliches Szenario wäre ein gut geplanter Lockdown Anfang Januar."
Für Weihnachten gelte der dringende Appell, getestet im kleinen Familienkreis zu feiern. "Um alle gegen Omikron notwendigen Maßnahmen beschließen zu können, müssen Bundestag und Bundesrat absehbar erneut zusammentreten und die Voraussetzungen dafür schaffen", so Dahmen. Bund und Länder beraten am Dienstag über den weiteren Kurs. Zuvor hatte der Expertenrat der Bundesregierung vor einer dramatischen Lage wegen Omikron gewarnt. ARD
Dahmen sagte: "Es ist absehbar, dass die Omikron-Variante schnell zu einem großen Problem für unser Land wird. Die gegenwärtige Delta-Welle wird voraussichtlich in eine noch höhere Omikron-Welle übergehen. Omikron ist schneller übertragbar und kann selbst Genesene und insbesondere auch Zweifachgeimpfte noch infizieren." Er rechne mit einer deutlich steigenden Omikron-Inzidenz und einer noch stärkeren Belastung des Gesundheitswesens, erläuterte Dahmen. "Zahlreiche krankheitsbedingte Personalausfälle in Bereichen kritischer Infrastruktur wie Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr oder Lebensmittelhandel sind ohne Gegenmaßnahmen wahrscheinlich."
Lauterbach bei "Bild": Impfpflicht "so schnell wie es geht"
22.45 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat am Sonntagabend bei "Bild" klargemacht, dass er die Einführung der allgemeinen Impfpflicht vorantreiben will. "So schnell wie es geht", soll diese kommen, sagte Lauterbach und ergänzte, dass er es ratsam finde, diesen Weg zu gehen. Wie schon in der ARD schloss er auch bei "Bild" einen Lockdown vor Weihnachten aus und betonte, dass er auch für die Zeit danach einen harten Lockdown für "unwahrscheinlich" halte.
Auch zur Ausbreitung der Omikron-Welle äußerte Lauterbach sich. Er erwartet, dass die Variante schon Anfang Januar voll in Deutschland einschlage. Er warnt bei "Bild": "Selbst wenn diese Variante gar nicht so sterblich ist, dann ist es aber trotzdem so, dass die sehr hohen Fallzahlen, die man erreicht, zu vielen schweren Fällen führt."
Einen interessanten Vergleich stellte der neue Gesundheitsminister auch noch an, als er Corona mit einem Tiger verglich. "Sie können nicht mit einem Tiger als Haustier leben", sagte er. Das nehme man aber in Kauf, wenn Omikron oder andere, noch neuere Varianten sich in der Bevölkerung ausbreiten, ohne dass diese ausreichend immunisiert ist.
Bund und Länder beraten am Dienstag über Corona-Lage
21.38 Uhr: Bund und Länder beraten am Dienstag über die Corona-Lage und das weitere Vorgehen angesichts der Ausbreitung der Omikron-Variante. Das vereinbarten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz, wie beide Seiten am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mitteilten. Dabei solle es um weitere kontaktreduzierende Maßnahmen zum Schutz des Gesundheitssystems vor einer drohenden Überlastung in Folge der Omikron-Welle gehen, hieß es. Kay Nietfeld/dpa/Archivbild Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gibt eine Erklärung ab.
Bei dem Austausch der Regierungschefinnen und -chefs von Bund und Ländern am Dienstagnachmittag solle es neben der Auswertung der ersten Stellungnahme des neuen Corona-Expertenrats der Bundesregierung außerdem um vorbereitende Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur gehen, hieß es.
Zuvor hatte es in einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme des neuen Corona-Expertenrats der Bundesregierung geheißen, es bestehe "Handlungsbedarf" bereits für die kommenden Tage. Die Omikron-Variante bringe eine "neue Dimension" in das Pandemiegeschehen. Omikron zeichne sich durch eine stark gesteigerte Übertragbarkeit und ein Unterlaufen eines bestehenden Immunschutzes aus.
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