Warum Jens Spahn recht damit hat, keinen Glaubenskrieg gegen Homöopathie zu führen

Ich halte nichts von Homöopathie. Ich halte sie für den Hokuspokus des 21. Jahrhunderts, und wissen Sie warum? Weil mir dabei stets Natalie Grams einfällt. Die Frau ist Ärztin und war mal Homöopathin. Eines Tages las sie das Buch „Die Homöpathie-Lüge“ meiner stern-Kollegin Nicole Heißmann. Sie beschreibt darin mit ihrem Ko-Autor Christian Weymayr, wie wenig Homöopathie taugt, ja dass die Mittel sogar gefährlich sein können, weil manche Patienten dann sinnvolle Therapien unterlassen. Doch die Mittelchen sind begehrt, es machen auch viele gute Geschäfte damit, Pharmafirmen, Apotheker, Ärzte.  

Ich finde, er hat Recht. Natürlich knickt er damit vor den Lobbys ein, und natürlich lassen sich die 20 Millionen Euro sicher besser nutzen als für unsinnige Pseudopillen. Die Kassen könnten zum Beispiel mehr für  Brillen oder künstliche Zähne zahlen. Doch bei Homöopathie geht es nicht um rationale Argumente. Es geht um Glauben. Und ein Kampf gegen Gläubige lässt sich nur sehr, sehr schwer gewinnen. Gläubige sind immun gegen Fakten, sie hängen ihrem Weltbild an, sie wollen nicht, dass jemand daran rüttelt. Gläubige haben dann nichts mehr, an dass sie glauben können.

Solche Konflikte sollte man nur führen, wenn sich der Aufwand lohnt. Und ich finde, er lohnt sich nicht. Das Gesundheitswesen hat wichtigere Baustellen, die in Ordnung gebracht werden müssen, als die Kostenerstattung für homöopathische Mittel. Der Hokus-Pokus der Neuzeit ist ärgerlich, aber er ist kein drängendes Problem unseres Landes.  

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